Autolacke

Autolack hat, wenn man es technisch betrachtet, lediglich die Aufgabe das Blech der Fahrzeuge vor Korrosion zu schützen. Zu Beginn der Automobilherstellung war das lackieren ein langwieriger Prozess, bei dem mehrere Schichten einer langsam trocknenden Flüssigkeit über Tage oder gar Wochen auf die Karosserie aufgetragen wurde. Zum lackieren wurden ursprünglich Naturlacke aus Leinöl und Terpentinöl als Lösungsmittel oder Harz verwendet. 1910 wurde das erste öllösliche Lackkunstharz von Dr. Ludwig Berend entwickelt. Dieser Lack wurde nach dem Ersten Weltkrieg von der Dr. Kurt Albert GmbH in Mainz verbessert und Albertol genannt und unter diesem Namen produziert. Mit den Jahren wurde der Lack immer weiter verbessert, sodass dieser schneller trocknet und besser vor Umwelteinflüssen schützt. Anfangs allerdings mussten die Fahrzeuge noch aufwendig poliert werden. 1929 wurden die ersten Alkydharze in den USA entwickelt, bei denen die Politur entfiel. In den 80er und 90er Jahren wurden überwiegend 2 Komponenten Acrylharze verwendet. Diese trocknen aber nur nach Zugabe von Härtern. Seit einigen Jahren gibt es auch Einkomponentige Systeme wie z.B. Nitrolacke. Diese trocknen und härten an der Luft, da der Härter, anders als bei den zwei-Schicht-Systemen, direkt in der Farbe sind.

Autolacke

Heutzutage gibt es viele verschiedene Autolacke. Viele Autolacke sind mit Effektpigmenten versehen. Normaler Autolack ist einfarbig. Es gibt unzählige verschiedene Farben. Effektlacke wie z.B. Pearllack enthalten Glitzerpigmente. Es gibt auch Autolacke bei denen ein Farbwechsel je nach Lichteinfall bzw. Betrachtungswinkel besteht. Diese nennen sich Flipflop Lack. Mit dem Flipflop Lack können verschiedene Effekte erzielt werden. Beispielsweise den Multicolor Kamelioneffekt. Dazu wird zuerst das Fahrzeug Matt schwarz lackiert. Anschließend werden 2-3 Schichten Flipflop Lack aufgetragen und abschließend mit Klarlack überzogen. Dieser Effekt bewirkt, das das Fahrzeug in mehreren verschiedenen Farben glänzt. Der Effekt wird durch die im Autolack enthaltenen Glitzerpartikel und die sehr dünnen Glasplättchen erzeugt. Bei Thermolacken verändert sich die Farbe je nach Temperatur. Sobald eine bestimmte Temperatur überschritten wird ändert sich die Farbe in farblos. Fällt die Temperatur wieder nimmt der Autolack seine ursprüngliche Farbe wieder an. Fluoreszierende Lacke sind Autolacke, die ähnlich wie die Leuchtsterne aus Kinderzimmern, das Tageslicht speichern und in der Nacht über Stunden hinweg leuchten. Dieser Effekt bleibt mehrere Jahre erhalten. Mettaliclack hat ebenfalls, wie der Pearllack einen Schimmereffekt. Der Mettalic Effekt entsteht durch verschiedene plättchenförmiger Pigmente, die in dem Lack enthalten sind. Diese Pigmente bestehen vorzugsweise aus Aluminium und Messing. Im Jahre 2000 wurden bereits ca. 70% aller Fahrzeuge mit Effektlacken gefertigt.

Mit Schablonen kann man sich in Airbrushtechnik auch Bilder, Verzierungen oder Symbole lackieren. Der Autolack kann durch Unachtsamkeit oder Steinschlag sehr schnell beschädigt werden. Die dadurch entstandenen Kratzer und Schrammen sehen nicht nur unschön aus, sondern können auf Dauer dem Fahrzeug massiv schaden. Durch Feuchtigkeit, die an den Kratzern leicht eindringen kann, ist die Gefahr der Rostbildung sehr hoch. Abhilfe kann da ein Lackstift schaffen. Diese bekommt man z.B. in Werkstätten oder Autoshops. Wichtig ist das man die Originalfarbe auswählt. Die Originalfarbe des Autolack´s steht unter der Motorhaube auf eine Plakette. Die Lackstifte werden meist in 12ml Kunststoffflaschen mit integriertem Auftragpinsel verkauft. Um den Kratzer zu entfernen, muss die Stelle zuerst mit einem Entfetter oder Waschbenzin gereinigt werden. Sollte bereits Rost entstanden sein, muss die Schadhafte Stelle zuerst mit mit feinem Schleifpapier glatt geschliffen werden. Anschließend wird, falls nötig, eine Grundierung aufgetragen. Nach dem Trocknen wird der Lackstift geschüttelt und der Kratzer betupft. Wichtig dabei ist das keine Tropfen entstehen die man später sehen könnte. Bei Tiefen Kratzern wird der Vorgang 2-3 mal wiederholt. Die Farbe sollte man nicht bei einer Aussentemperatur unter 10 Grad bzw. über 25 Grad, sowie bei direkter Sonneneinstrahlung nutzen, da der Autolack seine streichfähigkeit verlieren kann. Bei Mettaliclack muss anschließend noch ein Klarlack aufgetragen werden, da die Farbe ansonsten matt wirkt.

Bei der kompletten Autolackierung geht man wie folgt vor. Zuerst wird auf das nackte Blech eine "Korrosionsschutz-Grundierung" aufgetragen.Diese haftet sehr gut auf dem Blech um eine Korrosion zu verhindern oder sie zumindest zu verlangsamen. Anschließend werden mit einem "Füller" Unebenheiten im Untergrund aufgefüllt.Nach dem Trocknen wird dieser ganz glatt geschliffen. Inzwischen gibt es auch Grundierfüller, die den Korrosinosschutz und die Füllaufgabe vereinen. Danach wird der Basislack aufgetragen. Dieser ist die farbgebende Schicht, die heutzutage meist wasserlöslich und mit Effektpigmenten ist. Zuletzt wird der Klarlack aufgetragen, der das Fahrzeug gegen chemische, mechanische und umweltbedingten Belastungen schützt.